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Krieg für Opium aus Afghanistan ?

von mikimerki @ 07.04.2007 - 16:11:18

Schlafmohn FREE

Dass die Briten zusammen mit den Amerikanern dem Irak und vielleicht bald auch dem Iran nur nach den Ölreserven trachten, hat sich mittlerweile herumgesprochen und ist auch in den meisten Medien präsent. Was das Öl im Ira(n)k ist, könnte der Schlafmohn in Afghanistan sein. Mohn, als Ausgangsstoff für diverse Opiate in der Medizin oder gar zur Herstellung von Heroin genutzt, erzielt einen hohen Wert, ähnlich dem des Öls, auf internationalem Handelsparkett.

Ist der Kampf gegen die Taliban, genau wie der gegen Saddam und die Baath Partei, nur ein vorgeschobener Kriegsgrund ?

Warum ist die Anbaufläche für Schlafmohn in Afghanistan seit der Beseitigung des Taliban Regimes, kontinuierlich, im Jahre 2006 erneut um 59 Prozent, gestiegen ?

Es wäre nicht der erste Krieg, der um die Kontrolle des Opiumhandels geführt wurde. Auch in China (1839 bis 1842) zwang Großbritannien das Kaiserreich der Qing-Dynastie zu einer Öffnung seiner Märkte und insbesondere zur Duldung des Gewerbes mit diesem Rohstoff.

Na, dann - Willkommen in der Globalisierung, bei der sich jedes Land auf die Produktion und den Vertrieb der Waren, die dem Welthandel den grössten N u t z e n bringen, FREI spezialisieren darf.

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OrmuzOrmuz [Mitglied]
07.04.07 @ 19:45

Mich wundert überhaupt nix mehr - und auch die These , daß es neben Öl auch um Mohn gehen könnte halte ich für denkbar - obgleich man Opiate viel kostengünstiger synthetisch herstellen kann .
Aber es gibt ja schließlich nix was es nicht gibt ... und es gab schon viel abenteuerliche Gründe Kriege zu führen ...

Tom Schaffer [Besucher]
http://zurpolitik.com/
08.04.07 @ 11:37

verschwörung! :D

ganz im ernst. deine fragen sind recht einfach zu beantworten michael. zum einen ist der opiumanbau in afghanistan seit dem fall der taliban gestiegen, das ist richtig. dein rückschluss eines möglichen wirtschaftlichen motivs für diesen krieg ist aber falsch. denn gegen diesen anbau geht die internationale gemeinschaft - und an ihrer spitze usa und gb - ja rigide vor.

in afghanistan wächst nicht allzu viel, und das was wächst ist wirtschaftlich nicht besonders vielversprechend: mit außnahme von rohstoffen für opium. die bauern können sich damit also über wasser halten - gefördert von der organisierten kriminalität. die medizinische versorgung der welt könnte gar nicht so viel von dem zeug brauchen, was allein in afghanistan angebaut wird. zudem muss man ja wirklich nicht afghanistan erobern um opium anzubauen... da sind die möglichkeiten heute deutlich ausgereifter als sie es im 19. jahrhundert noch waren.

afghanistan ist auch gar nicht stabil genug, als dass die usa und großbritannien diesen agrarsektor kontrolliert leiten könnten (die außerdem, das sollte man nochmal betonen, nicht die einzigen internationalen kräfte in afghanistan sind - wenn, dann wirst du mit deinem finger nicht nur auf die populären "bösen" zeigen müssen, sondern auch auf deutschland & co.).

warum opium vorher nicht (mehr) angebaut wurde? weil die taliban ein radikalislamisches regime aufgezogen haben und drogen sich mit dieser dogmatik nicht vereinbahren lassen.

Die internationale Gemeinschaft geht in der Tat RIGIDE gegen den Anbau vor. Anstatt die Einheimischen selbst Mohn anbauen zu lassen und den daraus erwirtschafteten Gewinn für das eigene Volk zu verwenden, wird die Kontrolle des Anbaus nun direkt der internationalen Gemeinschaft unterstellt. Genau wie im Irak mit dem Öl - und wir Deutschen überwachen das ganze mit unseren Tornados aus der Luft.

Bleibt zu hoffen, dass diese Sichtweise nur als eine wirre Verschwörungstheorie meinerseits, keinen Bezug zur Realität findet.

Tom Schaffer [Besucher]
http://zurpolitik.com/
08.04.07 @ 19:38

sorry, ich meinte selbstverstädlich "rigoros" ;)

mich würde ja brennend deine lösung des problems interessieren: du hast zwei alternativen.

a. du überlässt den bauern die freie hand, sie werden mohn anbauen und es großteils an die organisierte kriminalität kaufen, weil dort die besten preise gezahlt werden und ansonsten der bedarf für den mohn nicht groß genug ist. das ergebnis ist, dass über 90% der weltweiten opium-drogenproduktion aus afghanistan stammen und die organisierten kriminellen milliarden verdienen, die sie weltweit und in afghanistan in korruption und skrupelloses verbrechen investieren.

b. du kontrollierst den anbau so gut es geht und versuchst ihn einzudämmen, weil es im legalen bereich nicht genügend verwendung für das produkt gibt. du verdienst zwar nichts daran, nimmst dafür in kauf, dass ein paar verschwörungstheoretiker dich desssen bezichtigen, dass du wie die mächte des 19. jahrhunderts kriege für opium führst...

für mich liegt die wahl klar auf der hand.

es gibt an der vorgehensweise aber schon etwas zu kritisieren: viel zu oft wird die ernte einfach zerstört und damit auch die lebensgrundlage der bauern - es müsste deutlich stärker die uno und ihr ansatz des alternative development in den umgestaltungsprozess der afghanischen wirtschaft einbezogen werden. nur ist das eine aufgabe die man nicht zwingend auf die befreierstaaten allein abwälzen sollte, weil das drogenproblem das in afghanistan seinen ursprung findet ein globales ist. die mittel für diese umorientierung müssten also von einer viel breiteren staatengemeinschaft kommen.

[Besucher]

08.04.07 @ 19:51

siehe http://marvinbishop.blog.de/2007/04/08/opiumkrieg~2055457
Ich mache meine Kommentare gerne öffentlich.

Strange_EmilyStrange_Emily [Mitglied]
08.04.07 @ 23:30

Warum ist die Anbaufläche für Schlafmohn in Afghanistan seit der Beseitigung des Taliban Regimes, kontinuierlich, im Jahre 2006 erneut um 59 Prozent, gestiegen ?

Vielleicht, weil der Opiumanbau unter den Taliban verboten war? Und sie ihn jetzt unter anderem dazu nutzen, ihre Attentate etc. zu finanzieren?
Aber wahrscheinlich sind sowieso alle Medien unterwandert worden und geben ausschließlich Falschmeldungen heraus, um das Forcieren des Opium-Handels der Alliierten zu verschleiern...

karl der große [Besucher]

09.04.07 @ 12:25

politik ist ein schmutziges geschäft

smokeweedsmokeweed [Mitglied]
09.04.07 @ 19:08

Uiii...ziemlich viel Text..
schaue nochmal vorbei, sobald ich wieder klar bin... :-)

Seucy [Besucher]
http://newsgroups.seducy.de
01.03.08 @ 15:10

Das mit dem Opiumanbau ist echt eine Schweinerei! Der Opium-Anbau in Afghanistan wird von der US-Regierung auch noch unterstützt! :-(

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