Lässt man die gesamtgeschichtliche Entwicklung Europas einmal vor seinem geistigen Auge vorüberziehen und misst dem nunmehr über sechzigjährigen Frieden auf diesem Kontinent seine aussergewöhnliche Bedeutung bei, so erscheinen die politischen Vorgänge der letzten paar Jahre als ein äusserst riskantes, ja geradezu fahrlässiges Unternehmen für die Einigkeit der Mitgliedsstaaten untereinander; denn, je mehr Energie in die Erweiterung der EU gesteckt, und je mehr neue Mitglieder darin aufgenommen werden, desto schwächer wird dieses "künstliche Gebilde" von innen heraus und der Versuch, eine Verfassung als Fundament der Union n a c h t r ä g l i c h (!) zu installieren, birgt die Gefahr, dass dies ohnehin fragile Werk früher oder später den europaskeptischen Kräften kaum mehr standhalten kann.

Keine einheitliche Sprache, keine gemeinsame Kultur und keine eigenständige Identität - Europa wird so nicht funktionieren, weil versucht wird zusammenzuschweissen, was nicht zusammen gehört und ist darum schon vom ANSATZ her zum Scheitern verurteilt. Solange Produktionsmittel und damit Arbeitsplätze aus den alten in die neuen, billigeren Mitgliedstaaten verlagert werden und dadurch die Unzufriedenheit bei den einstigen Initiatoren der EU wächst, fällt die ursprünglich REIN WIRTSCHAFTLICHE Motivation zur Gründung, die in der Schaffung der Einheitswährung gipfelt, weg, so dass der Sinn der EWG insgesamt in Frage steht.
Frankreich und die Niederlande haben bereits deren Abneigung gegen das Projekt mittels Volksentscheid bekundet und in vielen anderen Ländern, wie auch in Deutschland, sähe es bestimmt nicht anders aus, wenn auch dort das Volk gefragt werden würde. Gewaltausbrüche beim Fussball oder in Pariser Vororten sind wohl nur die ersten Vorboten des Verfalls und es ist wahrscheinlich blos eine Frage der Zeit, wann der erste Staat sich selbst aus diesem maroden Verbund herauszulösen beginnt und den Zusammenhalt der restlichen Staatenbündnisse auseinandererodieren lässt.
Welcher wird der erste sein und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für den gesamten Kontinent ?
Ist ein geordneter Rückzug, also ein behutsam besinnter Abbau der EU nicht der bessere Weg, anstatt naiv blauäugig an diesem von Grund auf falschen Konzept weiter strikt festzuhalten und abzuwarten, bis der grosse Knall kommt ?


15.03.07 @ 14:29