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Blogger - die besseren Journalisten ?

von mikimerki @ 21.01.2007 - 01:54:39

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Etliche professionelle Journalisten beklagen die verlohrengegangene Qualität, die sich in den letzten Jahren in den Printmedien breitgemacht hat - was natürlich zu bedauern ist - wobei man aber auch bedenken sollte, dass diesem Qualitätsverlust eigentlich ein VERTRAUENSVERLUST voranging. Man denke an den letzten Bundestagswahlkampf, oder an die Kriegsberichterstattung, wo für all jene mit genügend Hirnschmalz, die sich zusätzlich online über verschiedene (auch ausländische) Quellen informierten, offensichtlich wurde, dass sich in der einen oder anderen Zeitung auch nicht unabhängige Kräfte betätigen.

Dieser Verlust an Vertrauen ist es, der den Zeitungen zu schaffen macht und hoffentlich werden sich mit der Zeit die seriösen Schreiber durchsetzen. Ob diese nun eine journalistische Ausbildung absolvierten oder sich aus der bloggenden Welt emporgetextet haben, sei dabei einerlei.

Sollte man die Konkurrenz durch das Internet in diesem Bereich nicht begrüssen?

Ein kleiner positiver Nebeneffekt wäre zusätzlich, dass durch den Niedergang der Printmedien Papier gespart und unsere Wälder geschont werden ;-)

Brauchen wir daher noch die üblichen Zeitungen, oder genügen künftig auch nur noch gut organisierte bloggende Schreiber ?

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MarcothienMarcothien pro
21.01.07 @ 10:33

Tja auch Zeitungen sind Medien ,die Gewinn einfahren müssen.
Findet sich dann ein "Sponsor" dann berichtet man so manchmal ein bisschen wirtschaflicher.
Blogger sind Privatleute mit 100000 Meinungen,schlecht in der Masse beeinflußbar.

Strange_EmilyStrange_Emily [Mitglied]
21.01.07 @ 12:01

Ich denke nicht, dass Bloggen Zeitungen ersetzen kann. Denn da finden sich so undurchdringbar viele subjektive Meinungen, dass sich noch schlechter filtern lässt.
Außerdem dreht es mir oft den Magen um wenn ich sehe, wie wenig Menschen heute noch einer anständigen Rechtschreibung und Zeichensetzung mächtig sind. Da bieten Zeitungen selbst ohne Lektorat noch höhere Standards.

Naja, also wenn die korrekte Rechtschreibung das einzige ist, was eine Zeitung noch attraktiv erscheinen lässt, wird wohl bald, wenn sich Firefox 2.0 als Browser mit Rechtschreibhilfe durchgesetzt hat, dieses Argument auch entkräftet.

Das Problem, dass sich 100000 subjektive Meinungen schlecht filtern lassen, könnte villeicht gelöset werden, indem sich durch hohe Klickraten die interessanten Seiten aus dem überflüssigen Gewusel mit der Zeit herausheben. Bei Blog.de erscheint auf der Startseite eine Art Charts. So ähnlich müsste sich dann eine "Top Ten Liste" für seriösen Blogger-Journalismus etablieren.

pocemonpocemon pro
22.01.07 @ 11:13

Es brauch beides. Schlaue Zeitungen, haben Blogs für ihre Redaktoren und für ihre Leser eingerichtet. Andere Medien haben, die Leser, als Redaktoren. Foto vom Handy, Meldungen per Mail oder SMS. Natürlich werden sich die Zeitungen/Zeitschriften laufend anpassen müssen, aber nicht ganz verschweinden.

pocemon, genf, schweiz

SuperESSuperES [Mitglied]
24.05.08 @ 01:07

Bei Blog.de erscheint auf der Startseite eine Art Charts.

Wenn die charts bei blog.de tatsächlich das Beste sind, was Blog.de zu bieten hat...dann graust es mir vor den Zeitungsersatzblogs.

Tja, wenn du den Chart bei Blog.de als Maßstab setzt, stimmt das schon bedenklich, da auch Blog.de nicht frei von wirtschaftlichen Zwängen ist und die meisten durch eine Maschine rausgefiltert werden. Des Weiteren würde dann auch die Bild-Zeitung das beste Medium sein, weil die die meisten lesen. Also, mit den meisten Klickzahlen wird wohl nichts. Was viele denken, muss nicht richtig sein.

WeltbeobachterinWeltbeobachterin [Mitglied]
22.01.07 @ 12:04

Nicht unbedingt!
Man braucht beides Blogs und herkömmliche Medien wie Zeitungen. Es gibt schon soviel Wissen, das man filtern muss, und eine Zeitung greift die wichtigsten Themen auf. (jede Zeitung hat ein bestimmtes Leserprofil) und dann kann man noch in Blogs nachrecherchieren.

Die derzeitige Masse an Blogs ersetzt qualitativ keineswegs die herkömmlichen Printmedien, es kann sie im besten Falle ergänzen. Es ist schon ein Unterschied, ob ein ausgebildetetr Journalist Texte schreibt, mit Quellen arbeitet und das Ganze zu papier bringt (nur noch bildlich gemeint) oder ob ein Blogger mit seinen natürlicherweise eher eingeschränkten Möglichkeiten, Kontakten und Kenntnissen sich daran versucht.

Ich bin nicht der Überzeugung, dass beide Systeme nicht miteinander harmonieren können.

AndreasKAndreasK pro
22.01.07 @ 14:03

Blogger als Korrektiv etablierter Medien - JA.
Als Konkurrenz, die das Geschäft beleben - JA.
Blogger als Ersatz - NEIN.

Dass die Printmedien allmählich verschwinden, darüber hege ich persönlich kaum noch Zweifel. Fragt sich nur wie sich die Zukunft der Onlinepresse entwickelt, denn auf den meisten Seiten dieser Zeitungen, wie SpOn, Faz.de, Süddeutsche.de, Stern.de, Focus.de, NZZ.ch, Reuters.de etc., steht mehr oder weniger das selbe, nur anders formuliert sowie mit leicht unterschiedlicher Gewichtung der Themen.

Vielleicht wäre eine engere Kooperation oder Verflechtung bzw. eine gegenseitige Verlinkung zwischen Onlinezeitungen und Blogger eine für beide Seiten sowohl gewinnbringende, wie auch vertrauensbildende Lösung ?

Strange_EmilyStrange_Emily [Mitglied]
23.01.07 @ 19:39

Das sind die gleichen Unkenrufe, die es auch damals beim Aufkommen der eBooks gab. Und "richtige" Bücher sind dennoch nicht verschwunden.
Ich bin mir sicher, dass auch bei Zeitungen noch genug Menschen allein die Haptik nicht missen wollen. Auch für unterwegs sind Zeitungen unverzichtbar, wenn man nicht ständig seine Umgebung mit Wireless vernebeln möchte.

Ich hoffe nicht, dass die Browser bald komplette Rechtschreib-Prüfungen haben. Dadurch verdummen die Menschen bloß noch mehr, weil sie gar nicht mehr darüber nachdenken müssen, was sie schreiben.

benodembenodem [Mitglied]
22.01.07 @ 18:16

reuters,ap,dpa,etc
narichtendienste mit eigenem korrespodentennetzwerk,mit berufsethos und validierungsmechanismen,bleiben unverzichtbar

[Besucher]
http://www.schoenspieler.de
22.01.07 @ 18:25

was spricht dagegen, dass professionell recherchierte news nicht zuerst oder irgendwann nur noch in blogs zu lesen sind. die quellen bleiben ja die gleichen?

ich denke auch, dass die printmedien über kurz oder lang verschwinden und die zeitungen ihre meldungen irgendwann nur noch online zur verfügung stellen und evtl. ist die zeitung der zukunft eine blog-gemeinschaft. das internet ist 24 stunden pflegbar, dagegen ist nichts so alt wie die zeitung von gestern.

Ernst Probst [Besucher]
http://medien-news.blog.de
23.01.07 @ 11:34

Redakteur wird man nach einem Volontariat (Ausbildung) von 1 bis 2 Jahren. Journalist darf man sich schon nennen, wenn man nur einen einzigen Artikel in den Medien veröffentlicht hat. Blogger kann man sein, ohne schreiben oder recherchieren zu können. Es gibt also Journalisten und Blogger, die nicht des Schreibens und Recherchierens mächtig sind. Übrigens kenne ich sehr viele Menschen, die nicht wissen, was ein Weblog ist und auch noch eines gelesen haben. Das schreibt ein eifriger Blogger.

zappi [Besucher]
http://zappi.wordpress.com
24.01.07 @ 23:19

@benodom

reuters,ap,dpa,etc
narichtendienste mit eigenem korrespodentennetzwerk,mit berufsethos und validierungsmechanismen,bleiben unverzichtbar


Das hat für mich vor kurzen auch noch gestimmt. Allerdings ist dpa für die Verbreitung einer der übelsten Übersetzungsfehler der Neuzeit verantwortlich.
http://tinyurl.com/3eyxeg

freierautorfreierautor pro
21.08.08 @ 12:17

...validierungsmechanismen...

was ist den DAS?

kannst das mal übgersetzen

Carlos [Besucher]
http://www.daily-prophet.net/
04.01.08 @ 22:54

Natürlich hast Du recht, wenn Du sagst, dass man die Konkurrenz der Blogger von seiten der professionellen Berichterstatter in erster Linie begrüssen sollte.

Und es stimmt auch, dass die Medien politisch beeinflusst sind und dass da die Blogs zumindest in der Theorie unabhängig sind.

Aber was man nicht vergessen sollte: die Blogosphäre ist viel einfacher zu manipulieren als die großen Medien. Und wer viel Geld hat, hat auch die Möglichkeit seine Meinung ganz nach vorne zu bringen. Ganz gleich welches Medium genutzt wird.

Hallo mikimerki,
ich denke, dass das Verhältnis von Profi-Journalisten gegenüber Freizeit-Journalisten (bloggern) fast pari - pari ist.
nero

gelöschter User [Besucher]

21.03.08 @ 07:55

Ob die Nachrichten nun auf Papier gedruckt sind oder ich sie auf dem Monitor lese
ist zweitrangig.
Wichtiger ist für mich,
ob gut recherchiert wurde und
auch Hintergrundinformation eingestellt wird.

Pointymeinung

Der Kaukasuskrieg und Die Welt: Zensur im eigenen Hause?
Die Welt am Sonntag feierte jüngst ihr 60-jähriges JubiläumDass in Zeiten des Krieges die Propagandamaschinerie auf Hochtouren läuft, ist wahrlich nichts Neues. Auch dass viele Medien des so genannten Mainstreams in diese Form der Meinungsbeeinflussung...

freierautorfreierautor pro
18.08.08 @ 23:41

eine seriöse blogger-polit-seite:

http://pressebuero-nord.blog.de/

garantiert OHNE ausbildung und MIT rechtschreib- und kommafehler (wer kleinlich ist, sollte sich die zeitungen exakt anschauen und wird haufenweise fehler entdecken - abgesehen von stil und korrektem recherchieren - ein gutes beispiel: BILDdirdeinemeinung)

und garantiert mit MENSCHLICHKEIT

und garantiert mit SUBJEKTIVITÄT

und garantiert mit MEINUNG und KOMMENTAR

und garantiert kritisch und UNABHÄNGIG

extraordinariusextraordinarius pro
21.08.08 @ 00:06

Wenn(deutsche)Blogger erst einmal so gut sind, wie der schlechteste Journalist können wir die Frage noch einmal neu stellen!

dummderwochedummderwoche [Mitglied]
05.09.08 @ 10:25

Qualität, Authentiziät, Objektivität (wenn gewünscht) oder eben gerade nicht (wenn gewünscht). Wenn ein Schreiberling mit Ausbildung ein Blog schreibt, ist dann automatisch besser oder schlechter? Daran sieht man doch deutlich den Unsinn, der dieser Unterscheidung innewohnt. Schrott gibt es hier wie dort, Gutes auch.

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