Galt im 18. und 19. Jahrhundert noch das gelegentliche Verwenden französischer Fremdwörter als "Très Chic", so liegt heute der Gebrauch von Anglizismen im Trend und ist in Deutschland dementsprechend weit verbreitet. In den letzten Jahren allerdings steigerte sich, dank der imperialen angloamerikanischen Penetranz, dieses "denglische" Gestammel zu einem schier unerträglichen Sprachgepansche und nimmt bei unseren sogenannten Kulturträgern, die sich selbst zu den "intellektuellen Kreisen" zählen, nahezu exzessive Ausmasse an, so dass man fast meinen könnte sie würden sich SCHÄMEN unsere einheimische Sprache in reiner, unverfälschter Form als Ausdruck eigener Kultur zu verwenden. Denn meist ist es ja nicht so, dass sie englische Begriffe nur dann benutzen, wenn ihnen kein akkurat deutscher Ersatz geläufig wäre - nein, der englische Ausdruck hört sich einfach - b e s s e r an !
Obendrein bilden sie sich dadurch ein als besonders "weltmännisch" zu klingen, wirken dabei aber eher unsicher in ihrem Gesamterscheinungsbild und es offenbart, dass solche Kulturpanscher kein standhaftes Ego, keinen starken Charakter besitzen, sondern eher hin und her gerissen, seiner selbst unsicher, also mit geringem Selbstbewusstsein sich hinter verschiedenen Sprachen zu verstecken suchen und nicht wissen wohin sie mental gehören.
Dabei erscheint dieser Sprachbrei eher gekünstelt und bei übermässigem Gebrauch fremder Wörter fast schon kindisch, lächerlich anmutend, anstatt gebildet oder kulturell bereichernd. Es zeigt eher deren Unvermögen sich dem unheimlich facettenreichen deutschen Sprachschatz routiniert zu bedienen und weder der einen noch der anderen Sprache vollständig Herr zu sein. Diesem Sprachenchaos folgt bezeichnend das Gedankenchaos.
Freilich, es ist nicht immer leicht einen Begriff, für den kein im Deutschen wurzelnder Ersatz existiert, diesen phantasievoll zu umschreiben und es bereitet Probleme, vor allem bei eingedeutschten Fremdwörtern, diese zu umgehen. Ein Minimum an deutschem Geist aber könnte ein jeder unter uns bemüht sein durch geeignete Sprachwahl Ausdruck zu verleihen, um nicht gänzlich zu vergessen wer wir sind.
Haben Sie jemals versucht einen Tag auszukommen und dabei auf englische Wörter verzichtet ?









